Deutsche Bahn mit vielen Zugausfällen und Störungen

Die Deutsche Bahn muss besser werden, um die Verkehrswende zu schaffen. Doch im vergangenen Jahr gab es erneut Probleme, wie der stern exklusiv berichtet. Die Zugausfälle und Störungen im Streckennetz waren auf einem hohen Niveau, während Eröffnungen und Elektrifizierungen von Bahnstrecken kaum vorankamen.

Zugausfälle und Störungen im regulären Betrieb

Der Warnstreik der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) konnte abgewendet werden, aber Zugausfälle bleiben dennoch ein Problem der Deutschen Bahn. Die Störungen und Ausfälle traten nicht nur während der Streiks auf, sondern auch im regulären Betrieb. Im vergangenen Jahr fielen mehr als 40.000 Züge ersatzlos aus, und es gab über 80.000 Störungen im Schienennetz.

Technische Mängel und Instandhaltung

Von den täglich rund 1600 Fernverkehrszügen der Deutschen Bahn (ICEs, Intercitys und Eurocitys) fielen im Schnitt 0,8 Prozent wegen technischer Mängel an den Triebfahrzeugen ersatzlos aus, insgesamt rund 4700 Züge. Im Regionalverkehr waren es etwa 37.000 Züge (ca. 0,5 Prozent). Die Instandhaltung der Gleisanlagen kostete die Deutsche Bahn im vergangenen Jahr rund 2,2 Milliarden Euro.

Störungen durch kaputte Weichen, Signale oder Bahnübergänge

Nicht nur beim rollenden Material gab es erhebliche Mängel, sondern auch bei kaputten Weichen, Signalen oder Bahnübergängen. Mitarbeitende der Bahn mussten sich im vergangenen Jahr 17.300 mal um Störungsmeldungen der Signale kümmern, 34.000 mal um Weichenstörungen und 32.000 mal um Störungen an Bahnübergängen. Insgesamt gab es fast 250 Störungen pro Tag im deutschen Schienennetz.

Investitionen in die Infrastruktur

Der Linken-Bundestagsabgeordnete Bernd Riexinger fordert deutlich höhere Investitionen des Bundes in die Bahn, um eine Verkehrs- und Mobilitätswende zu erreichen. Die Ampel-Regierung müsse dringend viel mehr Geld in die Infrastruktur investieren – der Bedarf liege bei 100 Milliarden Euro.

Elektrifizierung und Neubaustrecken

Neben einem funktionierenden Schienennetz sind auch Neubaustrecken, die Reaktivierungen stillgelegter und die Elektrifizierungen bestehender Bahnstrecken wichtige Bausteine für die Verkehrswende. Im vergangenen Jahr hatte nur etwa 60 Prozent des Schienennetzes eine Oberleitung. Die Deutsche Bahn hat 56 Kilometer neue Oberleitungen gebaut, was bedeutet, dass das Ziel der Ampelregierung, 75 Prozent des Schienennetzes zu elektrifizieren, in knapp 90 Jahren erreicht wäre.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert