Hintergrund der Entscheidung
Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel hat entschieden, dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eine Rede vor Publikum zu verweigern. Dies wurde vom Vorsitzenden der Einrichtung, Dani Dayan, bestätigt.
Details zur Rede
Selenskyj hatte geplant, kurz nach dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine vor 300 Gästen zu sprechen. Die Veranstaltung sollte zudem weltweit übertragen werden. Dayan erklärte, dass er diese Anfrage abgelehnt habe, da er befürchtete, dass Selenskyjs Auftritt den Holocaust mit dem aktuellen Konflikt in der Ukraine gleichsetzen könnte.
Argumentation von Yad Vashem
Dayan betonte, dass nicht jedes Kriegsverbrechen als Genozid betrachtet werden könne und dass nicht jeder Genozid automatisch als Holocaust eingestuft werden sollte. Er wies auch darauf hin, dass es während des Zweiten Weltkriegs in der Ukraine einheimische Täter gegeben habe, was die Komplexität der historischen Ereignisse verdeutlicht.
Schutz der historischen Einzigartigkeit
Die Entscheidung von Yad Vashem soll nicht als mangelnde Solidarität mit der Ukraine verstanden werden, sondern vielmehr als ein Schritt zum Schutz der historischen Einzigartigkeit des Holocausts. Dies wurde auch durch die Empörung über Selenskyjs Rede, die er später per Video vor der Knesset hielt und mehrere direkte Bezüge zum Holocaust enthielt, unterstrichen.