Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt
Die Wachstumszahlen des ersten Quartals in der vergangenen Woche deuteten auf eine sich abschwächende Wirtschaft hin. Der monatliche Arbeitsmarktbericht am Freitag wird Aufschluss darüber geben, wie die Arbeitsnachfrage – eine wichtige Stütze der Wirtschaft – sich hält. Die erwartete Zunahme der April-Gehaltsabrechnungen um 180.000 gilt als gesund, obwohl dies den dritten Monat in Folge einer abnehmenden Beschäftigungswachstumsrate bedeuten würde. Der immer noch feste Arbeitsmarkt hat dazu beigetragen, eine wirtschaftliche Expansion zu verlängern, die zunehmend unter der strafferen Fed-Politik leidet. Weitere Daten auf dem Plan sind die Stellenangebote im März und die April-Umfragen der Einkaufsmanager in der Fertigung und im Dienstleistungssektor.
Prognosen und Entscheidungen weltweit
Andere wichtige Entscheidungen in der Geldpolitik sind die Zinserhöhungen in der Eurozone und Norwegen sowie eine Pause in Brasilien. Die Region Europa, Naher Osten und Afrika steht vor einer ereignisreichen Woche, wenn auch in vielen Ländern nach einem langen Feiertagswochenende eine kürzere Woche ansteht. Die Europäische Zentralbank steht am Donnerstag im Mittelpunkt mit einer Zinsentscheidung nach der Fed am Vorabend. Investoren und Ökonomen rechnen mit einer Viertelpunkterhöhung, die das Tempo der Straffung reduziert, da die früheren Maßnahmen der Zentralbank die Wirtschaft mit Verzögerung beeinflussen und anhaltende Sorgen um die Finanzstabilität die Entscheidungen beeinflussen.
Bloomberg Economics Prognose
„Die Anzeichen deuten darauf hin, dass das FOMC am 3. Mai die Zinsen um 25 Basispunkte auf 5,25% erhöhen wird – trotz anhaltender Turbulenzen im Bankensystem – und signalisiert, dass dies die letzte Erhöhung für eine Weile sein wird. Die nächste Phase des Straffungszyklus wird darin bestehen, die Zinssätze auf diesem erhöhten Niveau zu halten und zu beobachten, ob sich die Inflation abschwächt.“ – Anna Wong, Stuart Paul, Eliza Winger und Jonathan Church, Ökonomen.
Zusammenfassung
Die Federal Reserve plant trotz steigender Risiken für die US-Wirtschaft eine weitere Zinserhöhung, um die Inflation zu bekämpfen. Die Wachstumszahlen des ersten Quartals deuten auf eine sich abschwächende Wirtschaft hin, während der Arbeitsmarkt immer noch robust ist. Weitere wichtige Entscheidungen in der Geldpolitik werden in der Eurozone, Norwegen und Brasilien erwartet. Die Europäische Zentralbank wird voraussichtlich eine Viertelpunkterhöhung vornehmen, um das Tempo der Straffung zu reduzieren, während die Sorgen um die Finanzstabilität die Entscheidungen beeinflussen.