Gut jeder vierte Bundesbürger legt derzeit nichts für das Alter zurück. Eine Umfrage im Auftrag der R+V Versicherung zeigt, dass viele Menschen in Deutschland im Alter finanzielle Einbußen befürchten, aber dennoch privat nicht vorsorgen.
Sorge um finanzielle Versorgungslücke im Alter
Laut der Umfrage erwarten insgesamt 70 Prozent der gut 1000 Befragten eine große (49 Prozent) oder sogar sehr große (21 Prozent) finanzielle Versorgungslücke im Alter. Lediglich 4 Prozent gehen davon aus, dass sie über ausreichend finanzielle Mittel verfügen. Besonders ausgeprägt ist die Sorge in der jüngeren Generation. So gehen 78 Prozent der 21- bis 34-Jährigen davon aus, im Alter nicht über die notwendigen finanziellen Mittel für ihren gewohnten Lebensstandard zu verfügen.
Ursachen für die fehlende Altersvorsorge
Trotz der Befürchtungen legt gut jeder Vierte derzeit nichts fürs Alter zurück. Weitere 20 Prozent legen zwischen 50 und 100 Euro im Monat auf die hohe Kante und 29 Prozent geben dafür mehr als 100 Euro aus. Viele Altersvorsorge-Sparer setzen dabei auf Produkte, die als risikoärmer gelten, oft aber eine geringere Rendite abwerfen. Auf Platz 1 rangiert mit 31 Prozent das klassische Sparbuch. Danach folgt mit 25 Prozent die eigene Immobilie, an dritter Stelle private Rentenversicherungen mit fester Verzinsung (22 Prozent). Aktienfonds, fondsgebundene Rentenversicherungen und einzelne Aktien spielen mit jeweils weniger als 20 Prozent eine geringere Rolle.
Die vergleichsweise hohe Inflation könnte eine Rolle spielen, da sie an der Kaufkraft der Menschen zehrt. Die Menschen scheinen angesichts der Inflation bei der privaten Altersvorsorge auf die Bremse zu treten. „Die realen Einkommensrückgänge und die ungewöhnlich hohe Unsicherheit belasten das Geschäft in der Lebensversicherung“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Jörg Asmussen, unlängst.
Ausblick auf die Geschäftsentwicklung der Versicherungsbranche
Lebensversicherer und Co. rechnen auch in diesem Jahr mit schwächeren Geschäften. Für Lebensversicherer, Pensionskassen und Pensionsfonds erwartet der GDV einen Beitragsrückgang von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insbesondere bei Produkten, in die Versicherte nicht regelmäßig, sondern nur einmal einzahlen, wird mit schwächeren Geschäften gerechnet. Im vergangenen Jahr hatten Lebensversicherer und Co. insgesamt bereits einen Rückgang der Beitragseinnahmen um sechs Prozent auf gut 97 Milliarden Euro zu verzeichnen.