Grüne verpassen Chance auf stärkste Kraft zu werden
Die Grünen in Berlin haben bei der Wiederholungswahl ihr Potenzial nicht vollständig ausgeschöpft und sind nicht zur stärksten Kraft geworden. Auch ein Überholen der SPD blieb aus. Obwohl einige beteuern, dass die 18 Prozent ein gutes Ergebnis seien, schmerzt es die Partei, dass sie keine der beiden Regierungsoptionen ergreifen konnte.
Grüne klagen über verpasste Projekte
Die ausgemusterten Regierungsmitglieder klagten auf dem ersten Landesparteitag nach der Wahl darüber, dass so viele Projekte in der Pipeline waren, die nun von Schwarz-Rot abgewickelt oder auf den Prüfstand gestellt werden. Die „Rückschrittskoalition“ aus CDU und SPD war Ziel zahlreicher Angriffe und Selbstvergewisserungen, es besser machen zu wollen.
Grüne wollen schnell wieder in die Exekutive
Die Berliner Grünen lassen keinen Zweifel daran, dass sie schnell wieder in die Exekutive kommen wollen. Spitzenfrau Bettina Jarasch hat sich öffentlich dazu bekannt, dass die SPD nicht die natürliche Koalitionsoption für die Öko-Partei ist. Viele in der Parteilinken sehen das jedoch anders und betrachten ein Bündnis mit Kai Wegners CDU als Verrat an der widerständigen grünen Seele.
Grüne haben Schwierigkeiten in den Außenbezirken
Die Grünen haben Schwierigkeiten in den Außenbezirken, während sie in den von ihnen regierten Innenstadtbezirken ihre Position halten oder sogar ausbauen konnten. Die Lebenswelten in Hakenfelde und Friedrichshain unterscheiden sich stark und es ist den Grünen nicht gelungen, ein Angebot für Bewohner der Außenstadt zu formulieren, die mit Sorge auf die Heizungspläne der Ampel-Bundesregierung blicken und auf ihr Auto angewiesen sind.
Grüne im Spagat zwischen Klimaschutz und Veränderungsängsten
Die Grünen müssen eine stabile Haltung entwickeln, da sie im Spagat zwischen den vielen jungen Menschen, die echte Angst vor dem Klimawandel verspüren und zu radikalen Protestformen greifen, und jenen Bürgern, die Angst vor der Veränderung haben, die die Erderhitzung, der Kampf dagegen und die Vorbereitung darauf objektiv bedeuten, stehen. Ob der Konflikt mit „mehr reden“, „besser kommunizieren“ zu befrieden ist, bleibt abzuwarten.