Explosion an ukrainischem Staudamm: Wasserkraftwerk zerstört

Hintergrund

Im südlichen Teil der Ukraine ist der wichtige Kachowka-Staudamm eingebrochen und das angrenzende Wasserkraftwerk zerstört worden. Die Verantwortung dafür wird von Kiew und Moskau gegenseitig zugeschoben. Es drohen schwere Überschwemmungen.

Details

Im von Russland besetzten Teil des südukrainischen Gebiets Cherson wurden der Staudamm und das angrenzende Wasserkraftwerk zerstört. Rund um die Anlage nahe der Stadt Nowa Kachowka sind etwa 16.000 Menschen zuhause. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig für die Sprengung verantwortlich zu sein. Es wird spekuliert, dass es sich um einen russischen Sabotageakt handeln könnte, um eine ukrainische Gegenoffensive zu verhindern.

Reaktionen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj macht „russische Terroristen“ für die Sprengung des Damms verantwortlich. Der russische Besatzungschef von Nowa Kachowka, Wladimir Leontjew, hingegen nennt Beschuss durch die ukrainische Armee als Grund für die Zerstörungen an Damm und Kraftwerk. Die Angaben beider Seiten lassen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Folgen

Der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal spricht von einer Überschwemmungsgefahr für bis zu 80 Ortschaften und einer drohenden Umweltkatastrophe. Der russische Besatzungschef von Nowa Kachowka räumt ein, dass es auch zu Problemen bei der Wasserversorgung auf der bereits 2014 von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim kommen könnte, südlich von Cherson.

Evakuierungen

Das ukrainische Militär hat Evakuierungen auf der rechten Seite des Flusses Dnipro begonnen, wo auch die von den Ukrainern befreite Gebietshauptstadt Cherson liegt.

Zerstörung des Wasserkraftwerks

Beiden Seiten zufolge wurde auch das an den Staudamm angrenzende Wasserkraftwerk komplett zerstört. Der von Russland eingesetzte Bürgermeister Wladimir Leontjew sagte, es sei „offensichtlich“, dass das Kraftwerk nicht mehr repariert werden könne. Der ukrainische Betreiber der Anlage sprach von einer katastrophalen Situation.

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