Vorfall im Überschwemmungsgebiet rund um Cherson
Laut Angaben des ukrainischen Präsidentenamtes haben russische Soldaten auf ein Rettungsboot mit 21 Menschen an Bord geschossen und dabei drei Menschen getötet. Der Vorfall ereignete sich im Überschwemmungsgebiet rund um Cherson.
Feige Terroristen
Der Chef des ukrainischen Präsidentenbüros, Andrij Jermak, bezeichnete die Russen als „feige Terroristen“, da sie auf Zivilisten geschossen hätten. Zehn weitere Menschen wurden durch den Beschuss verletzt. Die Verletzten konnten mit dem Boot den Fluss Dnipro bis in die Stadt Cherson erreichen, die von ukrainischen Kräften kontrolliert wird.
Beschussvorwürfe zwischen den Kriegsparteien
Die Kriegsparteien werfen sich seit Tagen gegenseitig Beschuss vor. Helfer versuchen Bewohner ins Trockene zu bringen, nachdem der Kachowka-Staudamm zerstört wurde. Das Gebiet Cherson ist größtenteils von russischen Truppen besetzt. Die Angaben der Kriegsparteien lassen sich häufig nicht unabhängig bestätigen.
Weitere Opfer und Vermisste
Ein 74-jähriger Mann erlitt tödliche Schusswunden, als er versuchte, eine Frau zu schützen. Insgesamt waren 21 Menschen auf dem Rettungsboot. Die Zahl der Hochwasseropfer wurde auf 14 angegeben, davon acht in dem von Russland kontrollierten Teil des Gebiets Cherson. Tausende Menschen wurden auf beiden Seiten in Sicherheit gebracht. 35 Menschen gelten im Gebiet Cherson noch als vermisst, darunter sieben Kinder.
Umweltkatastrophe
Experten sprechen von einer schweren Umweltkatastrophe, da das Flutgebiet stark betroffen ist. Laut Militärgouverneur Prokudin verringerte sich die Fläche des überschwemmten Gebiets von 139 auf nun noch 77,8 Quadratkilometer.