Berliner Morgenpost: Kulturwandel notwendig – Leitartikel zu Vivantes

Der Berliner Krankenhauskonzern Vivantes befindet sich seit Jahren in einem öffentlichkeitswirksamen Konflikt mit seinem Betriebsrat. Dieser hat das Unternehmen wegen Verstößen gegen Mitbestimmungsrecht, Arbeitszeitvorschriften und Pausenregeln verklagt. Vivantes hat dabei nicht nur hohe Bußgelder zu zahlen, sondern verliert auch immer wieder vor Gericht. Dies wirft die Frage auf, was in dem Unternehmen schief läuft.

Fachkräftemangel und gestörte Kommunikation

In Zeiten des Fachkräftemangels in der Gesundheitsbranche ist es besonders wichtig, ein gutes Verhältnis zu den Beschäftigten zu pflegen. Vivantes scheint hierbei jedoch zu versagen. Viele Führungskräfte kommunizieren nicht ausreichend mit den Mitarbeitenden, Dienstpläne werden ohne Rücksprache geändert und Pausen fallen aus. Dies führt dazu, dass viele Beschäftigte den Pflegeberuf aufgeben oder zu anderen Arbeitgebern wechseln. Ohne ausreichend Personal muss Vivantes Betten und Stationen schließen, was sowohl für die Patienten als auch für das Unternehmen negative Auswirkungen hat.

Zukunft der Krankenhauslandschaft in Deutschland

Dieser Konflikt findet vor dem Hintergrund einer Debatte um die Zukunft der Krankenhauslandschaft in Deutschland statt. Es ist wahrscheinlich, dass Standorte geschlossen und Strukturen angepasst werden. Unternehmen wie Vivantes müssen ihre Leistungsfähigkeit nachweisen, um im Wettbewerb um den Versorgungsauftrag zu bestehen. Ein Konflikt mit der Belegschaft ist dabei kontraproduktiv, da er die Versorgung der Patienten gefährdet.

Notwendiger Kulturwandel

Die Manager von Vivantes haben erkannt, dass ein Kulturwandel notwendig ist. Die Chefetage drängt die Führungskräfte dazu, die Dienstplangestaltung zu verbessern und die Kommunikation mit den Mitarbeitenden zu intensivieren. Nur so kann Vivantes den Herausforderungen der Gesundheitsbranche erfolgreich begegnen.

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