In Australien wurde eine neue Regelung eingeführt, die es Angestellten erlaubt, nach ihrer offiziellen Arbeitszeit Arbeitsschreiben zu ignorieren. Diese Gesetzesänderung bedeutet, dass sie nicht bestraft werden können, wenn sie außerhalb der Arbeitszeit nicht auf Anrufe oder Nachrichten reagieren. Arbeitgeber dürfen weiterhin nach Feierabend Kontakt aufnehmen; die Regelung schützt jedoch Angestellte, die sich dazu entscheiden, nicht zu antworten.
Unbezahlte Überstunden und Regelungen
Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2023 leisteten Australier durchschnittlich 281 Stunden unbezahlte Überstunden pro Jahr, berichtete Reuters. Viele Länder in Europa und Lateinamerika haben bereits ähnliche Vorschriften. Die Richtlinien erlauben es Angestellten, außerhalb ihrer regulären Arbeitszeiten Arbeitsnachrichten zu ignorieren, es sei denn, ihre Ablehnung ist unangemessen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber werden ermutigt, etwaige Konflikte selbst zu lösen. Kann dies nicht gelingen, könnte die Fair Work Commission (FWC) in Australien eingreifen, fügte die Agentur hinzu.
Befugnisse der Fair Work Commission
Diese Kommission hat die Befugnis, Arbeitgeber anzuweisen, nach Feierabend keinen Kontakt mehr zu den Angestellten aufzunehmen. Das Nichtbefolgen der Anweisungen der Kommission könnte zu erheblichen Geldstrafen für Einzelpersonen und Unternehmen führen. Einzelpersonen könnten über ₹ 10 Lakh (A$19.000) bestraft werden. Unternehmen müssten über ₹ 53 Lakh (A$94.000) zahlen, berichtete Reuters.
Positive Reaktionen und Nutzen für Arbeitgeber
Gewerkschaftsgruppen haben diese neuen Maßnahmen begrüßt. Der Australian Council of Trade Unions erwähnte, dass die neuen Vorschriften es Arbeitnehmern ermöglichen würden, nach Feierabend Arbeitsgespräche zu vermeiden und so ein gesünderes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben zu fördern. Ein Arbeitsplatzspezialist sagte der BBC, dass diese Änderungen auch für Arbeitgeber vorteilhaft sein könnten. Ausgeruhte Mitarbeiter mit einem guten Gleichgewicht seien weniger anfällig für Krankheiten und Kündigungen, sagte John Hopkins von der Swinburne University of Technology.
„Alles, was dem Arbeitnehmer zugute kommt, hat auch Vorteile für den Arbeitgeber“, fügte Hopkins hinzu. Die Präsidentin des Australian Council of Trade Unions, Michele O’Neil, glaubt, dass das Gesetz ein Schutzschild ist, um Eingriffe in faire Anfragen zu verhindern. Der Zweck dieses Gesetzes besteht darin, Arbeitnehmer vor einer unangemessenen Belastung aufgrund unzureichender Planung durch das Management zu schützen, sagte sie.