Anklage wegen sexueller Übergriffe
Am 2. September begann in der südfranzösischen Stadt Avignon der Prozess gegen einen Rentner, der beschuldigt wird, zahlreiche Fremde dazu ermutigt zu haben, seine Frau zu vergewaltigen, nachdem er sie betäubt hatte. Neben dem Hauptangeklagten, Dominique P., einem ehemaligen Mitarbeiter des staatlichen Energieversorgers EDF, stehen auch 50 weitere Männer vor Gericht, die über das Internet rekrutiert wurden.
Details der Anklage
Laut Polizei wurden insgesamt 92 Vergewaltigungen von 72 Männern begangen, von denen 51 identifiziert werden konnten. Die Berichte geben an, dass die 72-jährige Frau über einen Zeitraum von fast einem Jahrzehnt missbraucht wurde, während sie stark sediert war und sich der Übergriffe nicht bewusst war.
Öffentliche Verhandlung
Der Anwalt der Opfer, Stephane Babonneau, erklärte, dass der vorsitzende Richter Roger Arata entschieden hat, dass alle Anhörungen öffentlich sein werden. Dies entspricht dem Wunsch der Frau nach „vollständiger Öffentlichkeit bis zum Ende“ des Verfahrens. Babonneau betonte, dass die Frau darauf abzielt, das Bewusstsein für das Geschehene zu schärfen, um sicherzustellen, dass sich ähnliche Vorfälle nicht wiederholen.
Emotionale Belastung für das Opfer
Ein weiterer Anwalt der Frau, Antoine Camus, äußerte, dass der Prozess für sie „eine schreckliche Belastung“ sein werde. „Zum ersten Mal wird sie die Vergewaltigungen, die sie über 10 Jahre erlitten hat, durchleben müssen“, sagte er.
Persönliche Hintergründe des Hauptangeklagten
Dominique P. gab an, selbst als Kind von einem männlichen Pfleger vergewaltigt worden zu sein. Seine Anwältin Beatrice Zavarro teilte mit, dass er bereit sei, sich seiner Familie und seiner Frau zu stellen. Zudem wird er auch wegen eines Mordes und einer Vergewaltigung aus dem Jahr 1991 sowie eines versuchten Übergriffs im Jahr 1999 angeklagt, zu dem er nach DNA-Tests gestanden hat.
Dauer des Prozesses
Der Prozess wird voraussichtlich bis zum 20. Dezember andauern.