Hintergrund zur geschlechtsspezifischen Gewalt
In Konfliktgebieten sind Frauen und Mädchen oft einem erhöhten Risiko ausgesetzt, Opfer sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt zu werden. Der Zugang zu medizinischer und psychologischer Unterstützung ist in solchen Situationen häufig stark eingeschränkt. Dies wurde auch von Pramila Patten, der UN-Sonderbeauftragten für sexualisierte Gewalt, hervorgehoben, die auf das Ungleichgewicht zwischen den Ausgaben für Waffen und den Mitteln zur Bekämpfung dieser Gewaltform aufmerksam machte.
Initiative der Stiftung Menschen für Menschen
Die Stiftung Menschen für Menschen (MFM) hat in Zusammenarbeit mit der Family Guidance Association of Ethiopia (FGAE) und der Lokalregierung der Verwaltungsregion Amhara ein Projekt ins Leben gerufen. Dieses Projekt zielt darauf ab, Frauen und Mädchen zu unterstützen, die während des Amhara-Kriegs in der Konfliktzone von North Wollo Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt wurden. Die Initiative wird durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziell gefördert.
Ergebnisse des Projekts
Nach 18 Monaten Projektlaufzeit zeigt sich eine positive Bilanz: Über 8.000 Frauen und Mädchen erhielten psychologische Betreuung und psychosoziale Unterstützung. Zudem wurden knapp 100 Frauen in einem Gründerinnen-Training geschult, um ihre wirtschaftliche Selbstständigkeit zu fördern. Sechs durch den Krieg beschädigte Gesundheitseinrichtungen wurden renoviert und das medizinische Personal wurde in der Behandlung von Opfern geschlechtsspezifischer Gewalt geschult. Rund 31.500 Menschen profitieren von den verbesserten Behandlungsangeboten.
Aufklärungsarbeit und Sensibilisierung
Zusätzlich wurden über 14.000 Männer und Frauen durch verschiedene Aufklärungskampagnen und Schulprogramme für psychische Gesundheit sensibilisiert. Dr. Sebastian Brandis, Vorstandssprecher der Stiftung, betont die Dringlichkeit der Unterstützung: Eine Studie ergab, dass 53 Prozent der Frauen in North Wollo von sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt berichteten.
Ausblick auf zukünftige Projekte
Die Stiftung plant, ihre Anstrengungen zur Unterstützung von Opfern sexualisierter Gewalt ab November 2025 in einem neuen Projekt in Tigray fortzusetzen. Dieses wird ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem BMZ realisiert und zielt darauf ab, die Schutzmaßnahmen und die Unterstützung für Betroffene weiter auszubauen.