Missstände in Schweinezucht im Märkischen Kreis

Verwahrlosung und Verletzungen

In einer Schweinezucht in Halver, Märkischer Kreis, wurden alarmierende Zustände festgestellt, die auf schwerwiegende Verstöße gegen das Tierschutzgesetz hinweisen. Die Tierrechtsorganisation ANINOVA hat kürzlich Aufnahmen veröffentlicht, die verletzte und abgemagerte Tiere sowie tote Ferkel zeigen. Die hygienischen Bedingungen sind unzureichend, und es bestehen erhebliche bauliche Mängel, die eine akute Gefährdung für die Tiere darstellen.

Fehlende tierärztliche Versorgung

Die Dokumentationen zeigen, dass eine tierärztliche Versorgung der Tiere offenbar nicht stattfindet. Die Aufnahmen, die Ende letzter Woche gemacht wurden, belegen, dass viele Tiere offene, blutige Wunden aufweisen und nicht behandelt werden. Zudem sind verendete Ferkel sowohl in den Buchten als auch außerhalb zu sehen.

Bauliche Mängel und unhygienische Zustände

Die Ställe sind stark verwahrlost, mit Spinnweben und einem Boden, der mit Gülle und Schmutz bedeckt ist. Viele Kastenstände sind übermäßig eng, was den Tieren das Hinlegen und Ausstrecken der Gliedmaßen erschwert. Diese baulichen Mängel stellen eine erhebliche Verletzungsgefahr dar.

Frühere Vorfälle und Kontrollen

Der Betrieb ist kein Unbekannter, da er bereits vor zehn Jahren in den Schlagzeilen war, als ein Brand 1.000 Tiere das Leben kostete. Obwohl der Betrieb QS-zertifiziert ist und regelmäßige Kontrollen unterliegt, zeigen die aktuellen Bilder, dass die Missstände möglicherweise schon über einen längeren Zeitraum bestehen. Berichten zufolge gab es bereits Ende 2024 einen Polizeieinsatz auf dem Gelände, bei dem besorgniserregende Zustände festgestellt wurden.

Forderung nach Verantwortung

Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA, äußerte sich zu den erschütternden Zuständen und kritisierte das Versagen von Kontrolle und Verantwortung. Die Organisation hat das zuständige Veterinäramt sowie das Landwirtschaftsministerium in Nordrhein-Westfalen über die Missstände informiert, um eine Überprüfung der Haltungsbedingungen anzuregen.

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