Am 5. Juni wird in der Sendung „Fakt ist! Aus Erfurt“ im MDR-Talk diskutiert, warum Ostdeutsche mit dem Staat hadern. Die Diskussion wird live um 20:30 Uhr auf mdr.de/fakt-ist und um 22:10 Uhr im MDR-Fernsehen ausgestrahlt.
Die Gäste der Diskussion sind Antje Hochwind-Schneider (SPD), Landrätin im Kyffhäuserkreis, Dr. Judith C. Enders, Politikwissenschaftlerin und Autorin, und Dr. Alexander Leistner, Kultursoziologe an der Universität Leipzig.
Dr. Leistner kritisiert, dass aus Zukunftsangst in Teilen Ostdeutschlands eine Rebellion gegen jeglichen Wandel geworden ist. Momentan werde eine regelrechte „Krisen-Aufschichtung“ erlebt, was das Gefühl des „Abgehängtseins“ verstärke. Allerdings sei dieses Gefühl nicht nur in Ostdeutschland zu finden.
Antje Hochwind-Schneider zeigt sich erschüttert über die Ergebnisse des aktuellen Thüringen-Monitors, da die Befragten so unzufrieden mit der Demokratie und den staatlichen Institutionen seien. Die Politikwissenschaftlerin und Autorin Dr. Enders stellt fest, dass es den Leuten im Osten eigentlich gut gehe, trotzdem verspürten sie einen Schmerz, weil sie sich nicht ernstgenommen fühlten. Sie setzt auf Kommunikation zwischen Ost- und Westdeutschen, damit alle von den Transformationserfahrungen der Nachwendezeit profitieren können.
Die Diskussion soll klären, welche Gründe es für den Vertrauensverlust der Bürgerinnen und Bürger gibt und wie politisch Verantwortliche gegensteuern können. Die Meinungen, Standpunkte, Erfahrungen und Fragen des Live-Publikums im Studio werden dabei berücksichtigt.
Die Sendung wird nach der Ausstrahlung ein Jahr lang in der ARD-Mediathek verfügbar sein. Weitere Informationen sind unter www.mdr.de/fakt-ist zu finden.