Hintergrund
Eine Frau aus Australien, die wegen des Mordes an ihren vier Kindern zu 30 Jahren Haft verurteilt wurde, ist nach 20 Jahren begnadigt worden. Kathleen Folbigg beteuerte stets ihre Unschuld, wurde jedoch als „schlimmste Serienmörderin Australiens“ betitelt. Die Kinder waren zwischen 19 Tagen und 19 Monaten alt und starben alle innerhalb von zehn Jahren plötzlich. Der Fall hatte für viel Aufsehen gesorgt.
Neue Erkenntnisse
Neue wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass die Kinder möglicherweise eines natürlichen Todes gestorben sein könnten. Eine seltene genetische Mutation, die von der Mutter vererbt wurde, kann zu Herzrhythmusstörungen und plötzlichem Tod führen. Fast 100 Wissenschaftler und Ärzte unterstützten eine Petition, um den Fall neu aufzurollen und medizinische Gründe für jeden der vier Todesfälle zu untersuchen.
Begnadigung
Der frühere Oberste Richter, Tom Bathurst, leitete die Untersuchung und kam zu dem Schluss, dass begründete Zweifel an der Schuld der Frau bestehen. Die Tagebucheinträge der Mutter, die als Schuldeingeständnis gewertet wurden, seien wahrscheinlich der Trauer und Verzweiflung der Frau geschuldet gewesen. Bei dem ursprünglichen Prozess handelte es sich um ein reines Indizienverfahren, bei dem sich die befragten Experten nicht einig waren.
Fazit
Die begnadigte Frau saß 20 Jahre im Gefängnis, weil sie beschuldigt wurde, ihre eigenen Kinder getötet zu haben. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse ergaben jedoch Zweifel an ihrer Schuld und führten zur Begnadigung.