Die Personalvertreterinnen in der Findungskommission des Rundfunkrates haben eine Stellungnahme abgegeben, in der sie der Findungskommission widersprechen und behaupten, dass dem Rundfunkrat nicht alle geeigneten Kandidat:innen vorgestellt wurden.
Hintergrund
Der Rundfunkrat hat die Findungskommission damit beauftragt, die am besten geeignete Person für die höchste Leitungsfunktion im rbb zu finden. Die Personalvertreterinnen äußerten den Wunsch, dass die Führungskraft aus mehreren geeigneten Bewerber:innen ausgewählt werden sollte.
Die Transparenz des Verfahrens endete vor wenigen Tagen, als der Vorsitzende des Verwaltungsrats plötzlich eine absolute Gehaltsobergrenze als Ausschlusskriterium vorgab. Ein Thema, das bis dahin im Ausschreibungs- und Auswahlverfahren keine Rolle spielte und zu dem es im Verwaltungsrat bis heute keinen Beschluss gibt.
Kritik
Die Personalvertreterinnen sind der Meinung, dass der qualifizierteste Bewerber von der Kandidatenliste gestrichen wurde, da er die Bedingungen nicht akzeptierte und als „zu teuer“ erschien. Seine Qualifikation als profilierter Programm-Macher und Manager spielte dabei keine Rolle.
Die Personalvertreterinnen missbilligen das Vorgehen ausdrücklich und fordern weiterhin, dass der aus den beschriebenen Gründen ausgeschiedene Kandidat sich dem Rundfunkrat vorstellen kann.
Forderungen
Die Personalvertreterinnen fordern, dass dem Rundfunkrat alle geeigneten Bewerber:innen vorgestellt werden und dass die Bezahlung von Spitzenpositionen im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk auf den Prüfstand gehört. Der Prozess ist im rbb angestoßen worden und muss in den nächsten Jahren konsequent weitergeführt werden.
Es ist jedoch weder Aufgabe noch Auftrag der Findungskommission, über die Höhe der Vergütung der obersten Führungskraft im rbb zu entscheiden. Der Rundfunkrat wählt die Intendantin oder den Intendanten. Aufgabe des Verwaltungsrats ist es, anschließend den entsprechenden Vertrag zu verhandeln.
Schlussfolgerung
Die Personalvertreterinnen betonen, dass die Aufgabe der Findungskommission darin besteht, Kandidat:innen zu benennen, die in der Lage sind, den rbb aus der Krise herauszuführen, dabei die Belegschaft mitzunehmen und neue, zukunftsträchtige Programmvisionen zu entwickeln. Die jetzt von Teilen der Findungskommission gefällte Entscheidung entspricht nicht den Regularien und nimmt dem Rundfunkrat das Heft des Handelns aus der Hand.