Gesetz zur Sterbehilfe in Schottland

Abstimmung im schottischen Parlament

Am Dienstag stimmten die Abgeordneten des schottischen Parlaments für einen Gesetzentwurf, der die Legalisierung der Sterbehilfe zum Ziel hat. Dies stellt den ersten Schritt in einem langen Prozess zur Verabschiedung entsprechender Gesetze dar.

Inhalt des Gesetzentwurfs

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass schwerkranke Menschen medizinische Hilfe anfordern können, um ihr Leben zu beenden. Eine endgültige Abstimmung wird im Laufe des Jahres erwartet. Nach fünf Stunden emotionaler Debatte stimmten 70 Abgeordnete für den Vorschlag, während 56 dagegen waren und einer sich der Stimme enthielt.

Reaktionen und Bedeutung

Liam McArthur, der Autor des Gesetzentwurfs und liberaler Abgeordneter, bezeichnete die Abstimmung als einen historischen Moment für Schottland. Er betonte, dass das Gesetz eine mitfühlende Wahl für die wenigen schwerkranken Schotten bieten könne, die dies benötigen.

Sicherheitsvorkehrungen

Laut dem aktuellen Entwurf müssen zwei Ärzte bestätigen, dass der Patient geistig in der Lage ist, eine solche Entscheidung zu treffen. Obwohl die politischen Parteien ihren Mitgliedern keine Anweisungen für die Abstimmung gegeben hatten, hatte der schottische Premierminister John Swinney angekündigt, gegen den Gesetzentwurf zu stimmen.

Änderungen und frühere Gesetzentwürfe

Die Abgeordneten haben nun die Möglichkeit, Änderungen am ursprünglichen Text vorzuschlagen. In der Vergangenheit hatte das schottische Parlament bereits zwei Gesetzentwürfe zur Sterbehilfe in den Jahren 2010 und 2015 abgelehnt.

Ähnliche Entwicklungen in England und Wales

Im November stimmten die Abgeordneten in England und Wales in einer ersten Lesung für ein Gesetz, das die Sterbehilfe für bestimmte terminal erkrankte Patienten ermöglichen würde.

Gesetzgebung auf der Isle of Man

Die Isle of Man, ein selbstverwaltetes britisches Territorium zwischen England und Irland, wurde Ende März das erste britische Gebiet, das einen Gesetzentwurf zur Sterbehilfe verabschiedete. Dieses Gesetz, das noch der königlichen Zustimmung bedarf, erlaubt es schwerkranken Erwachsenen mit weniger als einem Jahr Lebenszeit, ihr Leben zu beenden, sofern sie seit fünf Jahren auf der Insel wohnen.

Rechtliche Situation in Großbritannien

In England, Wales und Nordirland ist die Sterbehilfe illegal und kann mit einer maximalen Haftstrafe von 14 Jahren geahndet werden. In Schottland kann jeder, der jemandem beim Sterben hilft, wegen vorsätzlicher Tötung strafrechtlich verfolgt werden.

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